|
Die diesjährige Preisverleihung findet am 30.08.2010 statt.
Bekannt gegeben werden die Preisträger am 17.05.2010.
MANEO würdigt mit seinem Deutschland-Preis, der jährlich in Berlin vergeben
wird, vorbildliches Engagement made in Germany.
|
RÜCKBLICK : MANEO-Award – der Deutschlandpreis 2009
Der Preis wird Personen
oder Gruppen zugesprochen, die sich mit beispielhaftem Engagement
gegen Homophobie und Hassgewalt in Deutschland verdient gemacht und
damit Zeichen gesetzt haben. Den diesjährigen Preis teilen sich
Türkiyemspor Berlin e.V. und
Berlins Polizeipräsident Dieter Glietsch.
Dieter Glietsch am 2. Mai 1949 in Willingen geboren, ist seit 2002 Polizeipräsident in Berlin.
Am 25. Juni 2008 hisste er anlässlich der Berliner CSD-Woche erstmals die Regenbogenfahne
vor dem Polizeipräsidium am Platz der Luftbrücke in Tempelhof.
„Mit dem Hissen der Regenbogenfahne
zeigt die Berliner Polizei ihre Bereitschaft, unterschiedliche Lebensweisen der Menschen
in der Hauptstadt zu akzeptieren, ihnen ohne Vorurteile und Vorbehalte zu begegnen und
das ihr Mögliche zu tun, um sie vor vorurteilsmotivierter Kriminalität zu schützen“, so Glietsch.
Die Aktion blieb innerhalb der Polizeibehörde nicht ohne Kritik. Zahlreiche E-Mails, die zum Teil
auch homophoben Inhalts waren, erreichten Dieter Glietsch auf dem Dienstweg. Er verzichtete
auf die Androhung von Disziplinarmaßnahmen und bat alle Kritiker zu einem persönlichen Gespräch:
„Wenn man überhaupt Einstellungen von Erwachsenen ändern kann, dann nur im Gespräch.“
Später erklärte er: „Einige dieser Gespräche haben bestätigt, was mich nicht überrascht
hat: Dass die Polizei auch auf dem Gebiet der Vorurteile ein Spiegelbild unserer Gesellschaft ist.
Für mich besteht aber kein Zweifel daran, dass Homophobie in der Polizei noch weniger akzeptabel
ist als in anderen Bereichen der Gesellschaft.“
Unumwunden gibt der Polizeipräsident zu, dass homophobe Einstellungen unter Polizeibeamten
vorhanden sind. Außerdem erklärte er das Problem zur Chefsache und geht dieses offensiv an.
Sein Vorgehen hat Vorbildfunktion. Seine Haltung verdienen Anerkennung und Respekt.
Türkiyemspor Berlin e.V. ist ein Berliner Fußballverein, der sich 1987 gründet hat. Er spielt
mittlerweile in der Regionalliga Nord und konnte sich neben Hertha BSC und Union Berlin als
dritter großer Berliner Fußballverein etablieren. Längst sind nicht mehr nur türkischstämmige
Spieler im Aufgebot; mittlerweile spielen im Verein Menschen aus 25 Nationen.
Türkiyemspor Berlin e.V. engagiert sich seit vielen Jahren regelmäßig über den Sport hinaus in
sozialen und gewaltpräventiven Projekten, z.B. an den friedlichen Feiern zum 1. Mai in Kreuzberg,
in dem Projekt „SOJA“, der Jugendlichen Zugang zu sportlicher Betätigung erleichtern soll,
der Kampagne „Nein zu Gewalt an Frauen“ und ist beispielsweise Kooperationspartner der
Respect Gaymes des Berliner LSVD.
„Wir sind sowohl ein Berliner Fußballverein als auch der größte türkischer Fußballverein Deutschlands.
Wir besitzen den Ruf als ‚Lebende Legende’, da wir der erste Migranten-Fußballverein
Europas sind. Unser Verein hat rund 1.300 feste Mitglieder und über 15.000 internationale Fans
mit 21 Jugendmannschaften, darunter vier Mädchenteams.
Wir leben in Berlin, wir lieben unsere Stadt. Deshalb sind wir als Berliner auch stolz auf unsere
Landesverfassung. Darin steht, dass niemand wegen seiner Herkunft oder auch wegen seiner
sexuellen Identität diskriminiert werden darf.
Wir rufen zum gemeinsamen Handeln gegen Homophobie und jede Form von vorurteilsmotivierter
Hassgewalt auf. Diese Gewalt ist schrecklich, weil sie Gruppen von Menschen ausgrenzt und
damit die Grundfesten unseres demokratischen Zusammenlebens gefährdet. Mit unserem Verein
setzen wir uns für eine Gesellschaft ein, die auf Toleranz, Respekt und auf gleichen Rechten aller
Bürger und Bürgerinnen beruht.
In unserem Verein sind alle willkommen. Was zählt, sind Leistungen. Darauf kommt es an. Wir
wissen, dass Bestleistungen dann erzielt werden, wenn unsere Spieler sich willkommen und respektiert
fühlen, unsere volle Unterstützung erhalten. Dazu gehört es, sie als Menschen so anzunehmen
wie sie sind. Deshalb sind in unserem Verein selbstverständlich auch schwule Fußballspieler
willkommen.“
www.turkiyemspor.net